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Hochdosis-Therapien und deren Nebenwirkungen.

Von Univ.-Prof. Dr. Hermann Einsele

Seit 1996 ist die Hochdosischemotherapie die mit autologer Stammzelltransplantation die Therapie der Wahl für Patienten im Alter von 60 bis 70 Jahren.mit fortgeschrittenem Multiplen Myelom.

In dieser Studie konnte eindeutig belegt werden, dass die Hochdosistherapie mit autologer Stammzelltransplantation so nicht nur die Ansprechrate im Vergleich zur konventionellen Chemotherapie deutlich verbessert, sondern dass auch das ereignisfreie Überleben durch die Hochdosistherapie signifikant verlängert wird. Dies konnte in mehreren Studien gezeigt werden, so dass inzwischen aus diesen verschiedenen Studien festgehalten werden kann, dass die autologe Stammzelltransplantation im Vergleich zur konventionellen Chemotherapie das Ereignisfreieüberleben um ein Jahr und das Gesamtüberleben um 14- 15 Monate verlängert.

Da insbesondere die Patienten von der Hochdosistherapie profitieren, welche eine komplette Remission nach Hochdosistherapie erreichen, war es das Ziel der darauf folgenden Studien, die Remissionsrate und die Qualität der autologen Stammzeltransplantation weiter zu verbessern. Durch Wiederholung der Hochdosistherapie im Sinne einer Doppeldosistherapie gefolgt von zwei autologen Stammzellentransplantationen wurde wiederum von der französischen Studiengruppe gezeigt , dass diese Intensivierung des Hochdosisprinzips zu einer weiteren Verbesserung der Ansprechrate führt. Einer Beobachtungszeit von sieben Jahren zeigte sich in dieser Studie, dass sich durch die Doppelhochdosistherapie das sieben Jahres Ereignis freie Überleben und das sieben Jahre Gesamtüberleben im Vergleich zu den Patienten die sich einer einfachen Hochdosistherapie unterzogen, in der Doppelhochdosistherapiegruppe ebenfalls verdoppelt ist.

Untersuchungen vor allem um Mario Boccadoro zeigen, dass, die Hochdosistherapie mit autologer Stammzell h therapie auch älteren Patienten (inzwischen bis zum Alter von 75 Jahren) gut durchführbar ist und dass diese Patienten ebenfalls bezüglich des Ansprechens und Überlebens von der Hochdosistherapie profitieren. Bei den Patienten über 65 Jahre und bei Patienten über 60 Jahre wird die Hochdosischemotherapie meist in einer reduzierten geringeren Dosis durchgeführt so wird bei den Patienten unter 65 Jahren meistens 200mg pro Quadratmeter Melfalan ein oder zwei aufeinander folgenden Tagen gegeben, während bei Patienten die 65 Jahre alt sind die Melvalan Dosis auf 140 mg /m² reduziert wird. Durch diese Reduktion konnte bei den älteren Patienten auch die Verträglichkeit der Chemotherapie ähnlich den jüngeren Patienten zwar mit 200mg /m² durchgeführt werden.

Dies selbe gilt auch für Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, bei denen ebenfalls eine Dosisreduktion zur Verringerung der Rate an Schleimhautschädigungen empfohlen werden muss. Neben der autologen Stammzelltransplantation werden auch allogene Stammzelltransplantationskonzepte umgesetzt.

Bei der allogenen Stammzellentransplantation werden die Stammzellen von einem anderen gesunden Spender entnommen und im Rahmen der Transplantation so dem Patienten nicht nur ein neues blutbildendes System sondern ein neues Immunsystem übertragen , welches dann zusätzlich zur Chemotherapie noch eine weitere Antitumorwirkung entfalten kann. Bisherigen Studien mit allogener Stammzellentransplantation zeigen, dass die Sterblichkeit nach allogener Transplantation deutlich höher ist als nach autologer Stammzelltransplantation, dass aber die allogene Stammzellentransplantation zuminderst bei einem Teil der Patienten ein echtes kuratives Potenzial aufweist.

Derzeit wird versucht durch Veränderung der Intensität der Hochdosistherapie vor allem durch Dosis- reduzierter Konditionierung vor Transplantation die immer noch deutliche Sterblichkeit nach allogener Stammzellentransplantation von 10 bis r 20 % zu reduzieren und ebenfalls durch Einbau von neuen Substanzen vor und nach Stammzellentransplantation die Effektivität dieser Therapie weiter zu steigern.


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